Tomaten aus Italien: Eine bewegende Reportage über Erntehelfer

Der Link zur Reportage auf arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/079474-004-A/re-sklaverei-in-italien/ (Das Video ist verfügbar bis 23.02.2019, 23:59)

Sklaverei in Italien

Yvan Sagnet hat der Sklavenarbeit in der italienischen Landwirtschaft den Kampf angesagt. Der gebürtige Kameruner stand früher selbst auf den Feldern und pflückte für wenige Euro Tomaten.
Seitdem kämpft er für die Rechte der hunderttausend Arbeiter aus Afrika und Osteuropa und gegen die Caporale, die kriminellen Arbeitsvermittler. Yvan Sagnet nennt sie Sklaven: hunderttausende Erntearbeiter aus Afrika und Osteuropa auf Italiens Feldern. Ohne sie würde in Italien keine Tomate, keine Orange, keine Olive geerntet werden. Doch sie werden ausgenutzt, leben oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, hausen in Ruinen und sogenannten Ghettos. Im Jahr 2011 stand Yvan selbst auf den Feldern nahe der süditalienischen Kleinstadt Nardo und pflückte Tomaten. Vier Tage lang füllte er unter Schmerzen die 350 Kilo Kisten. Er verdiente 14 Euro am Tag. 10 musste er an den Caporale zahlen, für Transport, für Wasser. Caporale heißen die kriminellen Arbeitsvermittler, die die Männer kontrollieren und ausbeuten. Nach einem 14 Stunden Tag in der Hitze und unter Schlägen blieben Yvan nur 4 Euro. Er organisierte einen Streik, den ersten der Erntearbeiter. Mit Erfolg. Seitdem kämpft er für ihre Rechte und gegen die Caporale, die ihn deswegen immer wieder mit dem Tod bedrohen. Trotzdem hat er nun „NoCap“ gegründet, eine Organisation mit der er Produkte zertifizieren will, die unter ethisch korrekten Bedingungen hergestellt wurden. „Re:“ begleitet Yvan Sagnet bei seinem Kampf.“ Quelle

Verbraucher werden unbewusst zu Mitschuldigen
„Es gibt die Caporali, die Landwirte, und dann die anderen, wirklich Verantwortlichen, die der Grund für alles sind, was dort passiert. Ich nenne sie die Generäle. Das sind die großen Lebensmittelunternehmen, Coop, Auchan, Carrefour und Lidl. Das sind die wirklich Verantwortlichen, denn am Ende entscheiden sie über die Preise für die Produkte.“
Und so werden auch die Verbraucher, die die billigen Tomaten aus Süditalien kaufen, unbewusst zu Mitschuldigen.Quelle

„ETHIK-DIALOGTAG IM BUNDESMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT
Landwirtschaft und Ernährungsverhalten haben Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Doch dürfen wir alles ausschöpfen, was technisch möglich ist? Wo sind Grenzen verantwortlichen Handelns in der Agrar- und Ernährungspolitik? Darum ging es beim Ethik-Dialogtag am 9. Juni 2016 im BMEL.“ Quelle

 

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